Das Helfernetzwerk: Ein Handbuch zu Unterstützungsleistungen für Betroffene von Traumafolgestörungen (Quendolin Winter) von 2025

Geschrieben für:
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- Personen mit Traumahintergrund
- speziell Menschen mit (p)DIS
- auch sinnvoll für Angehörige und nahestehende Personen
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Spezieller Fokus:
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- Die Hilfelandschaft in Deutschland
- Kostenträger, Hilfemöglichkeiten und Wege zur Hilfe
- aus der Perspektive von Trauma/DIS
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Was es nicht ist:
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- in einfacher Sprache
- mit ganz kleinschrittigen Anleitungen
- über private Hilfebeziehungen
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Sprache:
Die verwendete Sprache wechselt ein bisschen zwischen einfachen Erklärungen und Abschnitten mit rechtlichen Ausdrücken, die sehr professionell klingen, aber etwas schwerer nachzuvollziehen sind. Abkürzungen werden erklärt und man muss manche Stellen auch öfter lesen oder sich zusätzliche Informationen einholen. Wichtige Abschnitte aus Gesetzen werden wörtlich abgedruckt und zentrale Begriffe visuell hervorgehoben.
Buch:
Das Buch ist von einer Betroffenen von Komplextrauma/DIS geschrieben, die selbstständig beruflich zum Thema berät und mit eigenem Assistenzdienst am Start ist. Die Kosten für die Druckversion sind höher, als ich es erwartet hatte, aber gleichzeitig dem Markt entsprechend. Eine billigere ebook Variante ist erhältlich und ohne Formatierungsfehler. Der Inhalt ist übersichtlich eingeteilt, sodass man schnell nachschlagen kann, was man sucht.
Überblick:
Die möglichen Kostenträger für Hilfen werden genau erklärt, sodass man versteht, welche Hilfen grob von wo zu erwarten sind und wohin man sich wenden muss. Dann folgen kurze Kapitel, die nach und nach ein Bild der Hilfelandschaft zeichnen und was es da alles gibt. Themen wie Therapie, der Weg zum Pflegegrad, Schwerbehindertenausweis oder zur Assistenz sind recht genau erklärt. Es werden aber breit alle möglichen Hilfeansätze abgedeckt und auch solche, an die man nicht direkt gedacht hätte. Dabei wird jeweils gleich benannt, wer Kostenträger für die Hilfe sein könnte. Es gibt Beispiele dafür, wie man argumentieren könnte, wenn man Hilfen beantragt, die einem eine Idee davon geben, wie so ein Antrag Erfolg haben kann und auf was es dabei ankommt. Beispiele beziehen sich hier direkt auch auf den Hilfebedarf bei DIS und wie man den beschreiben kann. Die wichtigen Gesetzestexte sind mit abgedruckt, damit man gleich über die eigenen Rechte und die spezifische Formulierung aufgeklärt ist, an der man sich orientieren kann. Manches wird an Hand von konkreten Zahlen und Zahlenbeispielen erklärt. Konkrete Zahlen ändern sich schnell, wenn Beträge gesetzlich angepasst werden und wenn man mit viel zeitlichem Abstand in dieses Buch schaut, sollte man das selber noch mal prüfen. Wo es Tipps aus der Praxis, Erfahrungswerte oder wichtige Gerichtsurteile gibt, werden die mitgenannt. Es finden sich eine Vielzahl von weiterführenden Links, wo man sich tiefer in ein Thema einlesen kann oder direkt zu zuständigen Stellen kommt. Das Buch ist auf dem Stand von Ende 2024/Anfang 2025 und beinhaltet noch den FSM, der aktuell nicht mehr hinzugezogen werden kann.
Nach dem Lesen
Ich fühle mich nach dem Lesen deutlich besser darüber informiert, was es überhaupt für Möglichkeiten für mich gibt. Die Beschreibungen von DIS-bedingten Einschränkungen helfen ein bisschen, diese zu normalisieren und die Scham darüber zu überwinden, Hilfe zu brauchen. Mir ist auch aufgefallen, dass mir mehr Hilfe zusteht, als ich gerade habe und es scheint machbarer, sich damit auseinanderzusetzen, diese zu bekommen.
Die Informationen sind nicht so kleinschrittig, dass ich mich alleine in der Lage sehe, alles davon umzusetzen und ich glaube, dass bei fast allen Themen eine tiefere Auseinandersetzung und Beratung vor Ort nötig sein wird. Alleine, dass das Buch es möglich erscheinen lässt, hilft schon dabei, das ins Rollen zu bringen. Auch Angehörige oder nahestehende Personen, die unterstützend sein wollen, finden hier eine Idee, wo man ansetzen kann. Ich fühle mich in jedem Fall ermutigt, mich noch einmal neu darum zu bemühen, meine Hilfen passender zu meinen Bedarfen einzurichten. Damit ist das Buch für mich sehr wirksam darin, zu der Orientierung in der Hilfelandschaft und Ermutigung zur Hilfe beizutragen.
